Aufarbeitung der letzten 6 Monate – Teil 2 März 2011

9 02 2012

So, da lade ich also grade einmal den ersten Teil meiner immer noch viel zu vielen Bilder des Märzes bei Flickr hoch. Monatlich werden nun zwischen 50-100 Bilder dort veröffentlicht werden, der März in 3 Monaten abgeschlossen sein. Aber es geht ja auch um meine Erfahrungen:

Zuerst also einmal eine kleine Übersicht, in welchen Häfen ich wann im März gelegen habe:

Bremerhaven (Deutschland)                 06.03.11

Caucedo (Dominikanische Republik) 15.03.11

Christobal (Panama)                                 18.03.11

Balboa (Panama)                                        19.03.11

Calao (Peru)                                                 23.03.11

Angamos (Chile)                                        28.03.11

Doch was ist zu dem Monat zu sagen? Ich versuche einfach mal den Teil meiner Erfahrungen, Gedanken, Tagesabläufe, etc. den ich in meinem Tagebuch festgehalten habe einigermaßen verständlich hier zusammenzufassen und evtl. einige Erläuterungen zu geben:

Am 06/03/11 bin ich also in Bremerhaven an Bord gegangen.

Den ersten IC von Düsseldorf in Richtung Bremen genommen, mit den Gedanken immer noch bei Eltern, Familie und Freunden, die ich nun für 6 Monate nicht mehr sehen würde. Nach Umstieg in einen RE in Bremen bis Bremerhaven, und dem anschließendem suchen nach dem Hafen, wo ich ja nun endlich mein Schiff finden sollte, ging ich um Punkt 11 Uhr an Bord und wurde dort freundlich (Aber auf Englisch!) empfangen. Den Tag über wurde mir Zeit gegeben, mich an das Schiff zu gewöhnen und die Sicherheitseinweisung (mit dem dritten Offizier, wie ich später feststellen sollte) über mich ergehen zu lassen.

Ab Montag ging es dann los mit dem lernen: Viele Dinge, die mein Leben im nächsten halben Jahr bestimmen sollten wurden mir gezeigt, Sicherheitsrelevante Gegenstände vom Vortag wurde erneut nach Namen und Funktionsweie abgefragt, was bei reiner englischer Verständig tatsächlich schwer war. Hatte ich die meisten Sachen doch schon vorher im Sicherheitsgrundlehrgang kennengelernt, haperte es eher daran, sich die englischen Namen zu merken, und die Anwendung derer ins englische zu überetzen. Nebenbei dann noch zu lernen, wie das Schiff aufgeteilt ist, wo überall Steckdosen für die Kühlcontainer sind, wie diese kontrolliert werden, wie die einzelnen Teile zum Sichern von Containern heißen und wo sie verwendet werden, wann welche Pausen sind, in welchem Zeitraum ich zu den Mahlzeiten gehen kann und wann ich wo arbeiten muss, welche Befugnisse ich habe, und wo ich nicht alleine arbeiten darf, wer in welchem Bereich mir Anweisungen geben darf und vieles mehr, war eine sehr große Herausforderung. Doch man machte es mir leicht. Meine indischen Mitkadetten, die bereits zwischen 5 Tagen und 4 Monaten auf dem Schiff waren fragten mich immer wieder ab, und ermüdetten auch nicht, mir Dinge zum 10. mal zu erklären. Andere Dinge waren dann doch recht einfach und ich wurde bestaunt, das ich mir funktionsweisen diverser Dinge selbst herleiten konnte.

Einer der ersten wichtigen Jobs, an denen ich beteiligt war, bestand daraus, die unbenutzten Lashings des letzen Hafens (Bremerhaven) auf Grund der mehrtägigen Überfahrt in den dafür vorgesehenen Boxen und Halterungen zu verstauen, damit diese bei Wellengang nicht von Bord gehen, während ich in der ferne die französische Küste sehen konnte.

Abends auf der Brücke lernte ich dann, wie man das Logbuch ausfüllt.

Erster größerer Job war dann, den BackbordAnker soweit auseinanderzunehmen, das die Bremsbelege bei eben diesem gewechselt werden konnten. Anschließend viel zuarbeiten, bis der Anker dann wieder zusammengesetzt werden konnte.

Da während der gesamten Reperaturarbeit einige Tage vergangen sind, begann ich bereits nach wenigen zu vergessen, welchen Wochentag wir denn grade haben.

Eine weiter kleine Aufgabe, die bereits zum Anfang vor dem ersten Hafen noch anfiel, und sich dann durch meine ganze Praxiszeit zog, war das inspizieren von BallastwasserTanks. Am 14.03. bestand dies noch daraus, draußen am Eingang den Ventilator zu bedienen, das Gasmessgerät abzulesen und regelmäigen Funkkontakt zu den im Tank befindlichen Personen herzustellen, um zu überprüfen, das noch alles in Ordnung ist.

Während der gesamten Überfahrt wurde die Uhr um insgesamt 6 Stunden zurückgestellt, was jeweils 40 Minuten mehr Schlaf/Tag brachte.

Am15.03. dann also in den ersten Hafen einlaufen. Was muss gemacht werden?

Zuerst einmal konnte ich mir alles in Ruhe anschauen. Nachdem zuerst einmal eine dünne Wurfleine an Land gegeben wird, können mit dieser dann insgesamt 6 Taue zum festmachen an Land gezogen werden. Nach einer kurzen Pause geht es dann zur ersten Hafenwache

Zwei Tage später erreichten wir dann bereits Panama, wo wir zuerst einmal vor Anker gingen.
Nach einem normalen Hafenaufenthalt in Caucedo passieren wir dann zum ersten mal (für mich) den Panama Kanal – was für ein Erlebnis – um dann anschließend sofort wieder in Balboa in den Hafen einzulaufen.

21/03/11 Equatorüberquerung an Position 00°00.000′ N 081°09.950′ W

5 Tage später ankern wir dann vor Puerto Angamos, wo wir dann auch einen Fire and Emergency Drill durchführen. Nen Ablauf dessen gibts später.
Am gleichen Abend feiern wir dann auch ne tolle Party an Bord und laufen dann ein paar Tage später auch hier im Hafen ein.

So, das war es jetzt mit dem März 2011 (wir haben mitlerweile Januar 2012) und es gibt einige Probleme, die ich in einem neuen Beitrag für zwischendurch mal verbloggen werde.

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