Matthias Wienands

16 04 2011
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Matthias Wienands

8 04 2011

ANG 200-60

To:
Subject: 1 Monat auf dem Schiff

Hi zusammen,
Nun bin ich also bereits einen Monat auf dem Schiff und werde nun mit meinem „ersten“ Post von der Schiffsmailadresse ein wenig von meinem Leben hier an Bord erzaehlen. Doch bevor ich dazu komme, wuerde ich diejenigen unter euch, mit denen ich auch in Mailkontakt stehe, bitten, mir Rueckmeldung zu geben, wenn an diesem Post irgendetwas schief gelaufen ist. Titel sollte „1Monat auf dem Schiff“ sein, ich hoffe das dies so ist. Ebenso hoffe ich, das diese Mail ihre Adresse erreicht und wie gewuenscht auf dem Blog erscheint. Hierzu sollte dann auch ein tweet ueber diesen Beitrag erscheinen (nicht ganz so wichtig, aber bitte auch hier Rueckmeldung geben, wenn es nicht so ist).

Nun aber zu meinem Leben hier auf dem Schiff:

Zuersteinmal haben mich einige Fragen erreicht, die ich gerne beantworten moechte:
1. Das wir die Waesche an einer Schnur hinter uns her ziehen, um sie zu waschen, ist natuerlich vollkommener Bloedsinn. Da wir uns ehh jeden Tag schmutzig machen, lohnt es sich gar nicht diese zu waschen, ode runs zu duschen. Ausnahmen sind natuerlich, wenn wir im Hafen liegen und ausgehen wollen. Dann schwimmen wir eine Runde durchs Hafenbecken, haengen anschliessend die nasse (getragene Waesche zum trocknen auf und ziehen nach Wochen endlich mal etwas anderes an.
2. Mitlerweile spreche ich nahezu fliessend Hindi, Spanisch und Englisch, mein Deutsch (ihr werdet es an diesem Beitrag sehen) habe ich beinahe ganz verlernt.
3. Geschmacksnerven waren auf meiner Zunge einmal, durch das ganze indische Essen sind die alle weggebrannt und sobald ich zu Hause bin, werde ich einen Scharf-Ess-Wettbewerb nach dem anderen bestreiten und mit den Preisgeldern mein Leben bestreiten. Die Seefahrt mache ich eventuell aus Hobby noch weiter.
Doch nun einmal ein paar ernste Worte, ich hoffe, das nicht allzuviele von euch jetzt schon den Browser wieder geschlossen haben.
1. Wir haben ganz normale Waschmaschienen an Bord und ebenso Tockner. Fuer seine Waesche ist jeder selbst verantwortlich, was mir (mit meinen Tonnen an Kleidung)einen echten Vorteil verschafft. Waehrend die anderen schauen muessen, das die Maschiene auch frei ist, wenn ihre Kleidung gewaschen werden muss, und niemand anderes ihren Rythmus kreuzt, kann ich getrost noch eine Woche darauf warten, das sie denn mal frei ist.
2. So zwei drei Worte spreche ich mitlerweile tatsaechlich Hindi, aber ich kann sie eher in eine englische Unterhaltung einbringen, als mit ihnen eine Konverastion zu bestreiten. Verstehen kann ich da schon ein wenig mehr, ebenso Spanisch (Latein und Englisch sei Dank), was in Suedamerika ja beinahe ueberall gesprochen wird.
3. Meistens kriege ich gesondert etwas zu essen, dies aehnelt zwar von den Zutaten dem restlichen Essen, sieht aber moistens nicht so aus und ist auch nicht so scharf. Wenn ich dann mal nichts gesondertes bekomme und indisch esse, schmeckt mir dieses mindestens ebenso gut.
Nach einigem hin und her navigieren machen wir uns nun auf den Rueckweg nach Europa, was aber immer noch 2-3 Wochen Zeit beansprucht. Da wir Momentan alle unsere Kuehkontainerplaetzt belegt haben, gehoeren die zweimal taegliche Kontrollrunden momentan genauso zu meinen alltaeglichen Aufgaben, wie die Wache auf der Bruecke.
Bis bald und Gruesse an alle Leser, vor allem die im Haus am Buchenhain und alle anderen, mit denen ich nicht maile.

Received: from GCC at Globe Wireless;
Fri, 08 Apr 2011 15:15 UTC
Message-id: 524463404





Erste Meldung

30 03 2011

Nun sind mitlerweilse schon 24 Tage vergangen, und ich habe mich bisher noch nicht hier gemeldet.

Das liegt ganz einfach daran, das ich die eMailadresse, mit der ich den Blog fuettern kann verlegt habe, und das mit dem Internet an Bord so eine Sache ist.

Zurzeit ankern wir aber in Chile und laufen morgen wohl in den Hafen ein (den Namen der Stadt werde ich hier mal noch nicht nennen).

Aber was habe ich in den ersten Wochen erlebt und gelernt?

  1. Es ist verdammt schwierig, sich von der gewohnten qwertz Tastatur an die englische qwerty zu gewoehnen. Nicht wegen der verdrehten Buchstaben y und z sondern vielmehr wegen der voellig anders angeordnetten Satzzeichen.
  2. Die anderen Kadetten hier an Bord (bin der einzige Nichtinder hier) haben alle schon ein zweijaehriges Grundstudium absolvieren muessen, weshalb sie einige Funktionsweisen schon kenne,  und sich die Geraete nun nur nochmal genauer anschauen muessen. Viele Formeln, etc. sind einfach schon im grundverstaendniss vorhanden. Das alles muss ich nun „nachholen“
  3. Inder sind verdammt nette Menschen, ihre Mahlzeiten sind aber sogar mir zu scharf. So langsam gewoehne ich mich aber an das Essen.
  4. Das Meer riecht nur an der Kueste nach Meer. Mitten auf der See ist ie Luft total rein (ausser man geht in den Maschienenraum)
  5. 10 Stunden arbeiten am Tag ist gar nicht mal so schlimm, zumindest unter solchen Bedingungen, wie ich sie hier vorfinde: Tagtaeglich Sonnenschein (bin mitlerweileschon gut braun, hebe mich aber immer noch als weisser unter den Indern ab), immer eine frische Briese um die Nase, und das wichtigste Motto an Bord ist „Just chill“
    Trotzdem werden alle Arbeiten vernuenftig und schnell verrichtet. Was fehlt ist dieser typisch deutsche Stress.

Naja, das wars dann erstmal, nun hab ich ja ne Mailadresse, ueber die ich ab sofort bloggen kann.

Ich freue mich auf eure Kommentare





Es geht los

6 03 2011

Hi Leute,
heute geht es also los. Heute Vormittag werde ich nach der Anreise mit dem Zug in Bremerhaven an Bord des schiffes gehen, auf dem ich nun die nächsten 6 Monate leben werde. Und so langsam macht sich wirklich Angst breit, ob dies die richtige Entscheidung war. Naja, um zurückzutreten ist es jetzt auch zu spät. Natürlich versuche ich euch hier auf dem Laufendem zu halten, was meine Erfahrungen und Erlebnisse hier an Bord betrifft. Ahoi erstmal,
Euer Maddy





US (C1/D) Visum

1 03 2011

Das C1/D Visum sind eigentlich sogar 2 Arbeitsvisa, die man als Schiffsbesatzung, oder auch in Flugzeugen zur Einreise in die USA benötigt. Obwohl für NRW-Bürger die nächste amerikanische Botschaft die in Düsseldorf ist, muss ich nach Frankfurt fahren, wo ich jetzt grade im dortigen Konsulat eintreffe, um nach der Anhörung das Visum ausgestellt zu bekommen.

Bis hierhin musste ich aber einige Hürden überwinden. So muss als allererstes ein mehrseitiges Formular im Internet ausgefüllt werden. Viele Fragen erübrigen sich meiner Meinung da sie mehrfach abgefragt werden. Für dieses Formular muss man jedoch bereits ein Schreiben seiner Reederei besitzen, in dem eine Kontaktperson in den USA genannt wird.

Anschließend muss man sich 10$ bezahlend einen Termin bei dem nächsten Konsulat (Berlin, München, Frankfurt) machen, auf dem ich jetztgrade bin.





Sicherheitsgrundlehrgang Tag 10

14 01 2011

Die Prüfung habe ich bestanden. Die Feuerlöschübung, die vorausgegangen ist, war super. Wir durften zuerst mit nem CO2-Löscher Propangas löschen, was noch recht einfach war. Das flüssige Propangas mit CO2 zu löschen war dann schon eine größere Herausforderung, die wir zu dritt oder viert bewältigen mussten, um die Flammen zu bekämpfen. Mit einem Pulverlöscher war dieser Brand jedoch wieder recht einfach zu löschen, jedoch verursacht der Pulverlöscher sehr viel Schmutz, der meist ja vermeidbar ist.





Sicherheitsgrundlehrgang Tag 7

11 01 2011

So, jetzt habe ich mich ne knappe Woche nicht gemeldet, aber es ist einiges passiert…

Freitag waren wir bei der Freiwilligen Feuerwehr im Übungskäfig. Mit voller Atemschutzausrüstung (Pressluftflasche, Vollmaske) und voller Arbeitkleidung (lange Hose, feste Schuhe, Pulli, Jacke) im Dunkeln durch einen Käfig mit diversen Hindernissen robben.

Über das Wochenende musste ich dann nach Hause… Die Dokumente wollten am Montag ja nachgezeigt werden 😉

Gestern haben wir dann meines Wissens nach die letzte Theorie besprochen und heute geübt, ein offenes Rettungsboot zu Wasser zu lassen.

„Manschaft durchzählen!“

Alle Anwesend

„2 Mann die Leiter runter lassen!
2 Mann (die Hafensicherung lösen) die Bootslasching lösen!“

Das Boot auf Einstiegshöhe herablassen

„2 Mann an Boot, die Lasching einholen!
2 Mann die Bootstalje anreichen und die Bootstalje anlegen!
Alle Mann an Bord!“

„Die Sicherungsstifte der Feststander ziehen, und die Feststander auf 3 öffnen!
Die Bootstalje langsam lose geben!“

die Bootstalje wieder an Bord nehmen
das Rettungsboot ablassen

Anschließend wurde das Rettungsboot wieder raufgefahren. Bei diesem Manöver dürfen max. 3 Personen im Boot sein. Diese müssen dann die Feststander wieder befestigen, und die Laschings außenbords werfen. Nachdem diese das Boot verlassen, wird das Boot wieder festgemacht.

Über den Schwerlastdavit kann das Boot auch im Notfall zu Wasser gelassen werden, da allein durch das Gewicht von Davit und Boot die Winden abwickeln. Die Feststander dienen dazu, das Boot fest neben dem Deck zu halten, damit dies beim einstieg nicht hin und herschaukelt. Die Bootstalje ist eine Art Flaschenzug, mit der das Boot dann (sobald die Laschings gelöst sind) vorsichtig vom Schiff abgelassen werden kann, sodass das Boot nicht möglichst wenig hin- und herschaukelt. Der Schwerlastdavit ist über die Heißplatten mit den Heißhaken des Bootes verbunden. Sobald das Boot im Wasser ist, lösen sich diese voneinander.
Da google leider kein Bildmaterial bietet, und das photographieren an Bord verboten ist, müsst ihr leider versuchen, das ganze so zu verstehen, oder einfach wieder vergessen 😉 schließlich schreibe ich es ja auch hierher, um mir das ganze besser zu merken.

Ich freue mich schon auf den morgigen Tag, und bin gespannt, was wir morgen machen…

 

P.S. Ich habe vom Festland aus ein Bild bereits vor einigen Tagen gemacht, an dem ich euch hoffentlich Lashings, Sliphaken und Feststander erläutern kann…Erläuterung zu Lashing, Sliphaken und Feststander