Sicherheitsgrundlehrgang Tag 10

14 01 2011

Die Prüfung habe ich bestanden. Die Feuerlöschübung, die vorausgegangen ist, war super. Wir durften zuerst mit nem CO2-Löscher Propangas löschen, was noch recht einfach war. Das flüssige Propangas mit CO2 zu löschen war dann schon eine größere Herausforderung, die wir zu dritt oder viert bewältigen mussten, um die Flammen zu bekämpfen. Mit einem Pulverlöscher war dieser Brand jedoch wieder recht einfach zu löschen, jedoch verursacht der Pulverlöscher sehr viel Schmutz, der meist ja vermeidbar ist.





Sicherheitsgrundlehrgang Tag 7

11 01 2011

So, jetzt habe ich mich ne knappe Woche nicht gemeldet, aber es ist einiges passiert…

Freitag waren wir bei der Freiwilligen Feuerwehr im Übungskäfig. Mit voller Atemschutzausrüstung (Pressluftflasche, Vollmaske) und voller Arbeitkleidung (lange Hose, feste Schuhe, Pulli, Jacke) im Dunkeln durch einen Käfig mit diversen Hindernissen robben.

Über das Wochenende musste ich dann nach Hause… Die Dokumente wollten am Montag ja nachgezeigt werden 😉

Gestern haben wir dann meines Wissens nach die letzte Theorie besprochen und heute geübt, ein offenes Rettungsboot zu Wasser zu lassen.

„Manschaft durchzählen!“

Alle Anwesend

„2 Mann die Leiter runter lassen!
2 Mann (die Hafensicherung lösen) die Bootslasching lösen!“

Das Boot auf Einstiegshöhe herablassen

„2 Mann an Boot, die Lasching einholen!
2 Mann die Bootstalje anreichen und die Bootstalje anlegen!
Alle Mann an Bord!“

„Die Sicherungsstifte der Feststander ziehen, und die Feststander auf 3 öffnen!
Die Bootstalje langsam lose geben!“

die Bootstalje wieder an Bord nehmen
das Rettungsboot ablassen

Anschließend wurde das Rettungsboot wieder raufgefahren. Bei diesem Manöver dürfen max. 3 Personen im Boot sein. Diese müssen dann die Feststander wieder befestigen, und die Laschings außenbords werfen. Nachdem diese das Boot verlassen, wird das Boot wieder festgemacht.

Über den Schwerlastdavit kann das Boot auch im Notfall zu Wasser gelassen werden, da allein durch das Gewicht von Davit und Boot die Winden abwickeln. Die Feststander dienen dazu, das Boot fest neben dem Deck zu halten, damit dies beim einstieg nicht hin und herschaukelt. Die Bootstalje ist eine Art Flaschenzug, mit der das Boot dann (sobald die Laschings gelöst sind) vorsichtig vom Schiff abgelassen werden kann, sodass das Boot nicht möglichst wenig hin- und herschaukelt. Der Schwerlastdavit ist über die Heißplatten mit den Heißhaken des Bootes verbunden. Sobald das Boot im Wasser ist, lösen sich diese voneinander.
Da google leider kein Bildmaterial bietet, und das photographieren an Bord verboten ist, müsst ihr leider versuchen, das ganze so zu verstehen, oder einfach wieder vergessen 😉 schließlich schreibe ich es ja auch hierher, um mir das ganze besser zu merken.

Ich freue mich schon auf den morgigen Tag, und bin gespannt, was wir morgen machen…

 

P.S. Ich habe vom Festland aus ein Bild bereits vor einigen Tagen gemacht, an dem ich euch hoffentlich Lashings, Sliphaken und Feststander erläutern kann…Erläuterung zu Lashing, Sliphaken und Feststander





Sicherheitsgrundlehrgang Tag 3

5 01 2011

So, Tag drei meines Basic Safety Trainigs und ich möchte heute ein wenig über die Gruppe. (Auch wenn es da gar nicht so viel gibt…) und dem drumherum erzählen.

Unsere Gruppe besteht aus 11 Leuten und dem Lehrgangsleiter.  8 Teilnehmer kommen von der Meyer-Werft (sollte aus Fernsehen bekannt sein; baut für AIDA, Disney, etc…) beziehungsweise gehören einer Fremdfirma an, die Arbeiten für Meyer erledigt. Diese machen für Pobefahrten und Arbeiten an Bord den Lehrgang.
Ein weiterer Teilnehmer hat sein 12-jähriges Arbeitsverhältnis bei Meyer gekündigt und heuert bereits Mitte des Monats als Informatiker auf einer AIDA an.
Zum Schluss sind noch der bereits erwähnte aus der Eifel stammende Hotelgenosse und Ich. Da wir die einzigen beiden sind, die im Hotel (an Bord gab es ja leider am 24.12. nen Wasserrohrbruch) übernachten, üben wir recht viel miteinander und verbringen auch sonst einige Zeit.

Auch über das Umfeld kann ich mich nicht beschweren. Seid Montag hab ich hier im Hotel Internet (ohne Aufpreis) und einen Garagenstellplatz für mein Fahrrad. Morgens gibt es hier im Hotel ab 7:00 Uhr ein Frühstücksbuffet, welches neben Brötchen, Toast, Brot, Standartaufschnitt, Marmelade, Nutella auch Zutaten für ein britisches Frühstück, wie ich es 2008 beim meiner Gastfamilie in Sydney genießen durfte: kleine (etwas dicker als Nürnberger) gegrillte Würstchen, Spiegelei und halbe gegrillte Tomaten. Gut gesättigt geht es dann nach ca. einer halben Stunde Verschaufpause den fünfminütigen Fußweg ums Hafenbecken zur Elmsstrom, wo wir gegen 8:30 mit dem Unterricht beginnen. Neben 2 den Unterricht unterbrechenden Mittagspausen, geht es um 12:00 Uhr aus dem Unterrichtsraum (roter Backstein gegenüber vom Schiff) rüber in die Messe zum Mittagessen. Diese 3-Gänge-Mahlzeit nehmen wir mit allen Kursteilnehmern zusammen ein. Nach Unterrichtsende bleibt meist Zeit,kurz zurück zum Hotel zu laufen, sich frisch zu machen und umzuziehen, bevor es dann wieder zurück zur Elmsstrom geht, auf der wir dann auch gegen 17:00 Uhr zu Abend essen. Hier treffen wir dann auch einige der von der GGT-Elmsstrom beschäftigten Leute, mit denen man sich gut unterhalten kann, und vieles erfährt.
Abends setzen Jan-Phillip und ich uns dann nochmal für 2 Stunden in den Speisesaal des Hotels und wiederholen im Unterricht behandelte Themen und fragen uns gegenseitig mit den Übungstest ab.

Da ich jetzt schon wieder einiges geschrieben habe, beende ich diesen Post hier einfach mal. Die nächsten Tage, werden wir uns weiterhin mit dem Brandschutz beschäftigen und Freitag auf dem Übungsgelände der hiesigen Feuerwehr einige Übungen machen. Ich hoffe, das ich damit schon einen kleinen Einblick in die nächsten Themen geben konnte 😉

Ahoi und Gute Nacht





Sicherheitsgrundlehrgang Tag 2

4 01 2011

Okay, Tag zwei meines Basic Safety Trainings.

Heute drehte sich alles rund um Brandbekämpfung an Bord. Da aber auch die nächsten Tage dieses Thema behandeln werden, und ich jetzt langsam recht müde bin, müssen euch die paar Zeilen, und die Bilder, die ich grade bei flickr hochlade reichen.

Bis denne
Maddy





Sicherheitsgrundlehrgang Tag 1

3 01 2011

Okay, Tag 1 ist um, und ich bereits um einige Informationen reicher.Wichtigste Information: Vergesst auf KEINEN FALL die für den Lehrgang wichtigen Unterlagen!!!

  1. Seediensttauglichkeitszeugnis
  2. Erste-Hilfe-Bescheinigung (16-Stündig)  nicht älter als 5 Jahre
  3. gültigen Lichtbildausweis

Ansonsten habe ich gelernt, das die BG (Bundesgenossenschaft) Verkehr für alle Seefahrer zuständig ist, und BG’s von Otto von Bismarck ins Leben gerufen wurden. Die BG-Verkehr sorgt sich auch um die Sicherheitsausbildung der Schiffsbesatzung, bzw. deren Qualität.
Ausgebildet werde ich nach dem STCW95 Standart (international convention on Standarts of Training, Certification and Watchkeeping of seafarers; zu Deutsch: Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten)

Außerdem gelten folgende Anweisungen:

  1. Ohne Befehl des Kapitäns wird kein Überlebensfahrzeug zu wasser gelassen.
  2. Jeder Brand, Wassereinbruch und jede andere Gefahr ist unverzüglich zur Brücke zu melden.
  3. Ertönt CO2 Alarm im Maschienenraum so hat das Personal diesen unverzüglich zuverlassen und den Sammelplatz aufzusuchen.
  4. Aufzüge dürfen im Alarmfall nicht genutzt werden.
  5. Im Hafen müssen an Land gehende Personen für ihre Kammern den Verschlusszustand herstellen.
  6. Übungen werden vorher angekündigt und mit dem Generalalarm eingeleitet.Der Generalalarm: °°°°°°°-    7x kurz 1x lang
  7. Beim Ertöhnen des Generalalarm
  • begeben sich alle an Bord befindlichen Personen auf dem schnellsten Weg zum Sammelplatz
  • legt jede Person feste, den ganzen Körper bedeckende Kleidung, festes Schuhwerk, Helm an und rüstet sich mit einer Rettungsweste aus.
  • bleiben Wachgänger auf ihren Stationen, bis sie abgelöst werden, oder andere Informationen erhalten.
  • werden schon eingeleitette (Brand-) Abwehrmaßnahmen fortgesetzt.
  • bleiben die den Fahrgästen zugeteilten Besatzungsmitglieder so lange bei den Unterkünften, bis diese verlassen sind und die Fahrgäste auf dem Weg zu ihrem Sammelplatz sind, begleiten die Fahrgäste dorthin und überwachen das Anlegen der Rettungswesten.Signal zum Verlassen des Schiffes: °-°-°-°- 4x kurz-lang im Wechsel (Morsebuchstabe A)
  • begeben sich alle an Bord befindlichen Personen auf dem schnellsten Weg zum Überlebensfahrzeug.
  • legt jede Person, wenn dies ohne Umstände möglich ist, feste, den ganzen Körper bedeckende Kleidung, feste Schuhe, Helm an und rüstet sich mit einer Rettungsweste aus.
  • bleiben die den Fahrgästen zugeteilten Besatzungsmitglieder so lange bei den Unterkunftsräumen…

Eventuell nervt euch diese gesamte Aufzählung, aber für mich bietet sich durch das nochmalige niederschreiben eine gute Gelegenheit, alles besser einzuprägen. Außerdem soll dieser Blog ja auch anderen Studenten in Zukunft eine kleine Stütze sein. Zumindest falls sie darauf stoßen sollten 😉

Zum Schluss noch einige wichtige Abkürzungen und englische Begrifflichkeiten:

Sattelitenseenotfunkbake EPIRB Emergency Position Indication Radio Baken

Radartransponder SART Search And Rescue Transponder

Handfunksprechgeräte VHF Very high Frequences

Schiffsgruppe: Comand Unit

Einsatzleiter: Master Deputy

Sammelplatz: Muster Station

Einsatzgruppe: Defense Unit

Gruppenführer: Unit Leader

Unterstützungsgruppe: Support  Unit





Sicherheitsgrundlehrgang

2 01 2011

Klingt ziemlich öde. Deswegen nennen es die coolen Seeleute auch (Achtung!) „Basic Safety Training“ (Wow!)
Was genau man dabei lernt, weiß ich noch gar nicht, schließlich gehts ja auch erst morgen los 😉 Jedoch ist er so wichtig, das ihn jede Person, die auf See arbeiten will, gemacht haben muss. Ich bin heute also nach Leer(Ostfriesland) aufgebrochen, einer von vier Städten, in denen der Sicherheitsgrundlehrgang absolviert werden kann. Dort werde ich ab morgen an Bord der MS Emsstrom (hoffentlich) alle Sicherheitsgrundlagen in einem zweiwöchigem Kurs lernen. Hierrüber werde ich je nach Lust, Laune und Bedarf auch etwas schreiben 😉

Eigentlich wäre ich auch auf der Emsstrom untergebracht gewesen, jedoch hatte diese auf Grund der starken Kälte einen Wassereinbruch. Aus diesem Grunde sind die Kajüten leider nicht benutzbar und ich bin nicht weit vom Hafen im Centralhotel untergebracht. Mehrkosten werden selbstverständlich vom Lehrgangsveranstalter übernommen. Als ich am heutigen Nachmittag am Hotel angekommen bin, war dessen Rezeption bereits unbesetzt, sodass man mir nach einem kurzen Telefonat zusicherte, jemand würde vorbeikommen, und mir die Schlüssel geben.

Während der Wartezeit kam bereits der erste Lehrgangsteilnehmer, Jan-Phillip, von seinem Besichtigungspaziergang zurück, und konnte mich wenigstens in den Flur einlassen. Aus dem kurzen Gespräch ergab sich, das er aus der Eifel (also noch etwas exotischer als ich) kommt, und in etwa meines Alters ist.

Doch nun wünsche ich eine Gute Nacht, schließlich heißt es morgen früh aufstehen… Um 7:00 Uhr Frühstück, und um 8:00 Uhr beginnt der Lehrgang.